03.01.2022
Andacht zu Neujahr 2022

Meine Augen schauen nach oben. Sie schauen in die Weite. Voller Staunen betrachte ich wieder einmal den Sternenhimmel. Gern schaue ich in klaren Nächten nach oben und freue mich über das wundervolle Blinken am Himmel. Wann haben sie das letzte Mal ihren Blick nach oben gerichtet? Hier können Sie den Impuls zu Neujahr nachlesen.

Meine Augen schauen nach oben. Sie schauen in die Weite. Voller Staunen betrachte ich wieder einmal den Sternenhimmel. Gern schaue ich in klaren Nächten nach oben und freue mich über das wundervolle Blinken am Himmel. Wann haben sie das letzte Mal ihren Blick nach oben gerichtet? So viele Menschen vor uns haben bereits diesen Sternenhimmel erblickt, ehrfurchtsvoll nach oben geschaut. Ich stehe und staune. Fühle mich wieder einmal ziemlich klein angesichts der Größe und Weite des Sternenhimmels und frage mich: „Wer wird wohl auch gerade in diesem Moment nach oben schauen – mit mir gemeinsam?“ „Wer hat vor mir diesen Sternenhimmel staunend betrachtet?“ Und in diesen Momenten fühle ich mich mit allen anderen, die jemals diesen Himmel staunend betrachtet haben, verbunden. Drei prominente Stauner sind z.Zt. unterwegs zur Krippe: Die Heiligen drei Könige bzw. die Weisen aus dem Morgenland. Sie waren der festen Meinung, dass der neue Stern da oben am Himmel einen neuen König verkündigt. Ihre Meinung, ihr Glauben wurde ihnen zur festen Gewissheit, sodass sie sich auf den Weg machten – auf den Weg zur Krippe. Auch darüber muss ich staunen: Der Stern am Himmel ist für die Weisen ein Zeichen. Sie sind der festen Überzeugung, was er zu bedeuten hat und ziehen los. Sie lassen sich leiten ohne Navi, ohne konkretes Ziel, dass sie eingeben könnten, ohne Plan, wie lange die Reise dauern könnten. Nur eines haben sie: ihre Überzeugung. Ihr Glauben ist zu Wissen geworden. Und auf dieser Überzeugung stehen sie fest, mit und auf ihr können sie sicher vorwärtsgehen, lassen alles steh´n und liegen, immer dem Stern nach - ihrer Hoffnung entgegnen. Wir wissen, wo der Weg der Weisen aus dem Morgenland endete. Wir wissen, dass sich ihre Hoffnung, nein ihre feste Gewissheit bewahrheiten sollte. Sie kommen bei dem König an, bei dem König, der nicht als König zu erkennen war – das Kind in der Krippe. Wenn Sie auf ihr vergangenes Jahr zurückschauen, auf das, was gelungen ist, auf das, was sie sich erhofften und auf das, was sie traurig gemacht hat, oder was ihr Leben vielleicht aus der Bahn geworfen hat, trugen sie mit sich solch eine feste Gewissheit? Solch einem Vertrauen? Worte aus dem Hebräerbrief wollen uns heute zum Vertrauen ermutigen: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. Der Rufer des Hebräerbriefes lenkt unsere Augen für das kommende Jahr auf das, was Bestand hat, was sich nicht ändern wird, was ewig bleibt. Daran darf ich auf meinem Lebensweg festhalten. Ich brauche mich nicht erschrecken lassen von den Tälern, die ich durchschreiten, von den Bergen, die ich erklimmen muss. Mein Anker hält mich fest, der mir auf dem Meer des Lebens Sicherheit gibt. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Und die Sterne am hohen Himmelszelt lassen erahnen, was Ewigkeit bedeutet. Amen